Die Alpdörfer in Vorarlberg
Die Eigenart der Walser Siedlungsweise findet man nicht nur in den Dörfern, sondern auch in den Maisäßen und Alpen. Die einsamen Gebiete der Maisäße weisen gleich wie die Dörfer Streusiedlungscharakter auf.
Über der Waldgrenze, besonders im Montafon und Großen Walsertal, trifft man in Senken und Mulden auf braungebrannte Holzhäuser, Einzelsennereien und Ställe, die eng aneinandergeschmiedet, anscheinend wahllos durcheinander gewürfelt, die Form eines Haufendorfes offenbaren. Den Mittelpunkt des Alpdorfes bildet dort die Sennhütte.
Die unrentable Wirtschaftsform der Einzelsennereien wurde inzwischen größtenteils aufgegeben. Auf den Alpweiden scheidet die Heuwirtschaft im Wesentlichen aus. An Stelle der Heuwirtschaft tritt die Weidewirtschaft, an Stelle der Einzelsiedlung das Dorf. Diese Alpdörfer entstanden nur in walserischen Siedlungsräumen. Im übrigen Vorarlberg stößt man durchwegs auf kollektive Gemeinde- oder Genossenschaftsalpen, denen die individualistische Arbeitsweise der Walser fremd ist.
Alpdörfer in Vorarlberg (Quelle: Karl Ilg, Die Walser, 1. Teil)

