
Die Walser Regionen erstrecken sich über das Wallis, Berner Oberland, Graubünden, Aostatal, Verania und Vercelli im Piemont, Tessin, Liechtenstein sowie Vorarlberg und Tirol. Die Walser, eine alemannische Gruppe, besiedelten im Mittelalter abgelegene Bergtäler. Noch heute prägen ihre typischen Holzbauten, Dialekte und Bräuche das kulturelle Erbe dieser alpinen Regionen.
Die Walser-Regionen erstrecken sich über weite Teile der Alpen in der Schweiz, Italien, Liechtenstein und Österreich und sind nach den Walsern benannt – einer alemannischen Bevölkerungsgruppe, die im Mittelalter aus dem Wallis in die entlegenen Bergtäler auswanderte. Diese Migration begann etwa im 12. und 13. Jahrhundert, als Walserfamilien auf der Suche nach neuen Siedlungsgebieten in höher gelegene, oft schwer zugängliche Regionen zogen. Die von ihnen gegründeten Dörfer zeichnen sich bis heute durch ihre charakteristische Architektur aus: schmale Holzhäuser mit steilen Dächern, Holzschnitzereien und gut erhaltene traditionelle Bauformen spiegeln die Anpassung an das raue alpine Klima wider.
Die Walser-Siedlungen sind geografisch weit verstreut und umfassen unter anderem das Wallis und das Berner Oberland in der Schweiz, Graubünden, das Aostatal sowie die Regionen Verania und Vercelli im Piemont, das Tessin, Liechtenstein sowie Vorarlberg und Tirol in Österreich. Trotz der geografischen Distanz teilen diese Regionen viele kulturelle Merkmale: eigene Dialekte, Brauchtum, Volksfeste und Traditionen, die eng mit dem Leben in den Bergen verbunden sind.
Neben dem kulturellen Erbe sind die Walser-Regionen auch landschaftlich besonders reizvoll. Sie liegen in alpinen Höhenlagen, oft umgeben von Gletschern, Bergwiesen und schroffen Gipfeln, was die Region zu einem Anziehungspunkt für Wanderer, Bergsteiger und Kulturinteressierte macht. Die Walser haben über Jahrhunderte hinweg ihre Lebensweise an die extremen Bedingungen angepasst, was sich nicht nur in Architektur und Landwirtschaft, sondern auch in sozialen Strukturen und Gemeinschaftsleben widerspiegelt.
Heute sind die Walser-Regionen ein lebendiges Beispiel für die Verbindung von Geschichte, Tradition und Natur. Sie bieten Einblicke in eine Kultur, die sich trotz Modernisierung und Abwanderung ihren einzigartigen Charakter bewahrt hat, und zeigen, wie menschliche Siedlungen auch in entlegenen und schwierigen Gebirgslandschaften über Jahrhunderte bestehen können.
Die Walser Alpengemeinschaft des Aostatales befindet sich im Oberen Lystal und umfasst die Gemeinden Issime (953m ü.NN), Gressoney-Saint-Jean (1.385m ü. NN), Gressoney-La-Trinité (1.637m ü. NN) und Gaby (1.040m ü. NN). Letztere zeigt sowohl Walserspuren als auch frankoprovenzalische Merkmale.
Issime und die beiden Gressoney stellen dreisprachige Gemeinschaften dar (Italienisch, Deutsch und Französisch) – und das inmitten des Aostatals, einer zweisprachigen Region (Italienisch, Französisch).
Lys ist der Name des Flusses, der am Monte Rosa – Massiv entspringt, dem zweithöchsten Berg Europas.


Im Berner Oberland definiert sich keine Siedlung über die Walser. Die Einsiedlung geschlossener Verbände ist urkundlich für das Lauterbrunnental und die Planalp über Brienz nachgewiesen.
Lauterbrunnen und Planalp
Am 10. Juni 1295 tritt das Kloster Interlaken die Alp Sefinen im Lauterbrunnental um 260 Pfund Kapital und einen jährlichen Zins von 18 Pfund Berner Währung als Erblehen an 23 namentlich aufgeführte Männer ab, welche die Gemeinde der Lötscher (so genannt wegen ihrer Herkunft aus dem Lötschental) im hinteren Lauterbrunnental bildeten. Der jährliche Lehenszins war auf den St. Andreastag fällig. Laut Grenzbeschreibung umfasste das Lehen die beiden heute getrennten Alpen Sefinen und Busen.
Eine Urkunde vom 22. November 1346 führt die Lötscher von Lauterbrunnen zusammen mit jenen von Planalp auf. Mit diesem Schriftstück verkauft der Freiherr Peter von Turn dem Augustinerkloster zu Interlaken einen Teil seiner Eigenleute im Lütschinental und jene auf der Planalp am Brienzer Rothorn:
«Ich Peter zem Turne, friie, herre ze Gestellen in Wallis... han verköfft und hingegeben zu rechtem eigen... min lüte, die genemmet sint die Loetscher und gesessen sint ze Gimelwalt, ze Murren, ze Luterbrunnen, ze Trachsellowinen, ze Sichellowinen, ze Amerton, und wa si sint in der parochia (Pfarrei) von Steige gesessen... und och die Loetscher, die uffen Blanalp gesessen sint in der parrochia von Brienss...»
Dieser Vertrag hat dem Kloster Interlaken noch nicht alle turnischen Rechte eingetragen. Erst am 29. August 1395 verkauft Freiherr Anton von Turn dem Gotteshaus alles der Familie verbliebene Grundeigentum und alle Herrschaftsrechte auf Gimmelwald, Mürren, Ammerten und Lauterbrunnen, «land, lute und guot...mit gericht, mit twing, mit banne und mit vollem recht und mit voller herrschaft...».
Es scheint, dass mit dem Kauf vom Jahre 1346 die Leute allein – mit Twing und Bann aber ohne Boden – 1395 aber Grund und Boden mit dem Rest der Leute verkauft wurden.
Im Jahre 1488 finden wir Lötscher als Spender im gut erhaltenen Jahrzeitenbuch der im gleichen Jahr eingeweihten Kirche von Lauterbrunnen, deren Bau das Kloster Interlaken vergeblich zu verhindern versuchte. Auch Leuten aus dem Lötschental und dem übrigen Wallis spenden für die Lauterbrunner Kirche, ein sicherer Hinweis darauf, dass freundnachbarliche Kontakte über die Berge hinweg bestanden.
Aus den Walser Niederlassungen im Einzugsgebiet der Weissen und Schwarzen Lütschine hat sich nie eine Walsergemeinde herausgebildet wie etwa in Davos oder im Rheinwald. Die Lauterbrunner Walser sind durch den Verkauf an das Kloster Interlaken zu einfachen Gotteshausleuten geworden, die, wie ihre Stammesgenossen im Oberland, allmählich in der Berner Oberländer Bevölkerung aufgingen. Als es den Talleuten im Jahre 1498 gelang, sich vom Heuzehnten des Klosters Interlaken loszukaufen, war ein erster Schritt in Richtung Freiheit getan.
Die Siedlungen Ammerten, Trachsellauenen und die Höfe im Sefinental sind als Dauersiedlungen im Laufe der Jahhunderte erloschen. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts setzte im Tal eine Auswanderungswelle nach den Vereinigten Staaten ein und es ist anzunehmen, dass gleichzeitig eine Walser Abwanderung aus den abgelegenen Niederlassungen im hinteren Tal in Richtung Talgrund stattfand. Nach einem Besuch des hinteren Lauterbrunnentals schrieb der Genfer Marc Théodore Bourrit im Jahr 1787: «Ammerten est encore une habitation presque perdue pour les hommes», und Peter Ober notierte um die Mitte des 19. Jahrhunderts «Le village n’est plus»
Gut meinte es das Schicksal mit Gimmelwald und Mürren. Gimmelwald ist bis auf den heutigen Tag ein auf Viehwirtschaft ausgerichtetes Bergdöflein mit etwas Fremdenverkehr geblieben, Mürren mit Blick auf das Dreigestirn Eiger Mönch und Jungfrau hat Weltruf als Ferienort erlangt.
Seit der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts sind in Graubünden Ansiedlungen von Walsern anzunehmen. In verschiedenen Schüben zogen die deutschsprachigen Siedler ostwärts nach Rätien, über den Oberalppass ins Bündner Oberland, wo Obersaxen als Walsersiedlung zurückblieb, von Süden her ins Rheinwald und in die Landschaft Davos.
Früheste Urkunden, Erblehensbriefe, welche den Siedlern von den Freiherren von Sax-Misox und den Freiherren von Vaz ausgestellt wurden, stammen aus dem Rheinwald (1286, bereits ab 1274 urkundlich belegt) und von Davos (1289). Von diesen ersten Stammkolonien breiteten sie sich in die benachbarten Talschaften aus: von Hinterrhein nach Vals, Safien und evtl. von hier aus auch nach Avers und Mutten, von Davos nach Klosters und durchs Prättigau bis gegen Schiers mit den Höhensiedlungen St. Antönien, Furna und Valzeina an den Talseiten sowie ins benachbarte Schanfigg bis gegen Churwalden und Parpan.
Die Walser in Liechtenstein sind als eigene Region in die internationalen Walsergemeinschaft (Internationale Vereinigung für Walsertum IVfW) eingebunden.
Als Walsergemeinden in Liechtenstein gelten Triesenberg und Planken.
Während die „Walliser am Triesenberg“ urkundlich belegt sind und der kernige Walserdialekt die Abstammung unverwechselbar verrät, kann sich Planken nicht mit einer Siedlungsurkunde darstellen. Sprachlich hat sich Planken der Nachbargemeinde Schaan angepasst.
Die Walsergemeinde Triesenberg ist Mitglied der Vorarlberger Walservereinigung und mit dieser eng verbunden. Rege Kontakte bestehen auch mit der Walservereinigung Graubünden.
Das Walserbewusstsein wird am Triesenberg gepflegt und die die kulturelle Sonderstellung, die das Bergdorf im Fürstentum Liechtenstein einnimmt, wird im ganzen Land geschätzt.
Als die ersten Walser 1244 vom Pomatt her in das obere Rovanatal kamen, fanden sie hier die Alp ad Buschum vor, die durch die Gemeinde Losone genutzt wurde und nicht ganzjährig bewohnt war.
Grundherr des Gebietes scheint das Kloster St. Abbondio in Como gewesen zu sein, dem auch Losone unterstand. Auch der Flurname Curzådibundi, eine Verballhornung von Corte di S.Abbondio, weist auf diese Verbindung hin.
Schon 1253 errichteten die deutschsprachigen Neuankömmlinge eine Kirche und etablierten sich so für dauernd auf dem vorerst nur gepachteten Land, das erst in einem langen, von vielen Nachbarschaftsstreitigkeiten begleiteten Prozess bis 1404 auch formal in das Eigentum der Guriner überging.
Der Schwerpunkt der ersten, im Hochmittelalter gegründeten Siedlung befand sich in der Talsohle ufum Hengåårt (wo heute noch das Museum steht) und im Boda jenseits des Baches. Verheerende Lawinenniedergänge 1695 und 1749 zwangen die Guriner zur Aufgabe dieses Siedlungsplatzes. Die Gevierte der abgegangenen Häuser sind aus der Luft gesehen noch immer deutlich zu erkennen.
Die neuen, nun meist aus Stein gebauten Häuser wurden auf den vor Lawinen sicheren, aus dem Schutt einer Gletschermoräne gebildeten Hügel gesetzt, auf dem schon seit 1253 die Kirche steht. Im Boda unten blieben die Ställe, die einen eigenen kleinen Ortsteil bildeten, bis auch sie 1925 von einer Lawine vollständig zerstört wurden. An ihrer Stelle baute man die für Bosco Gurin charakteristische Stallreihe, die bergseits durch einen Lawinenkeil gesichert wurde.
Die Bevölkerung erreichte um 1858 mit 420 Einwohnern ihren Höchststand. Seither ist sie stark zurückgegangen. Der grössere Teil der Gebäude dient nun als Ferienhäuser. Strenge Bauvorschriften wollen (mit wechselndem Erfolg) den Charakter des alten Walserdorfes bewahren.
Die Kolonien im Westen. Im 12. und 13. Jahrhundert kamen deutschsprachige Walliser nach Savoyen. Sie gründeten dort drei Kolonien, wovon immer noch zwei ”Les Allamands” (die Deutschen) heißen. Heute ist die deutsche Mundart schon seit langem verschwunden.
Bilder: Vallorcine ist ein Dorf, das von Enthusiasten, Musikern, Jägern, Holzhandwerkern und Bergsteigern, die alle sehr mit ihrer Heimat verbunden sind, bewohnt wird.
Ein Dorf, das lange Zeit zwischen Frankreich und der Schweiz isoliert war. Eine Situation, die die Einwohner zu unabhängigen Menschen machte. Ein eigenes Temperament, welches trotz der Tatsache, dass seit einigen Jahren Menschen verschiedener Herkünfte kommen und sich mit dieser kulturstarken Gemeinschaft mischen, erhalten blieb.
Das Formazza Tal liegt in dem nördlicheren Teil des Piemonts, der sich in die schweizerische Gegend einfügt, zwischen dem Kanton Wallis und dem Kanton Tessin. Es ist die einzige Walser Kolonie, die direkt an das Goms grenzt, das ursprüngliche Land der Walser Bevölkerung.
Geomorphologie:
Aus dem morphologischen zeigt das Tal die Eigenschaften des Hochgebirges, mit den typischen Gletschern, Gletschermühlen, Ebenen, Plateaus.
Charakterischtisch für die Landschaft des Tales sind die vielen Wasserfälle. Der bekannteste ist der Wasserfall «der Frua», der als der wichtigste der Alpen berühmt ist. Er hat einen Sprung von 143 Meter Höhe, von 1675 m auf 1532 m. .
Das Tal ist reich an natürlichen Bergseen, die wichtigsten sind: Kastel (2215 Meter), Vannino (2153 Meter), Obersee (2323 Meter), die zwei Busin (Ober 2451 Meter, und Unter 2371 Meter); sie sind sehr wichtig für die Erzeugung der elektrischen Energie, die aus den Wasserkraftwerken von Morasco, Ponte und Fondovalle gewonnen wird.
Der Hauptfluss Toce nimmt die Wässer der Bäche des Bergkessels von Hosand und von den verschiedenen Nebenflüsse entlang des Tales aufnimmt.
Ortschaften
Das Formazza Tal besteht aus neun während des ganzen Jahres bewohnten Ortsteilen, und aus anderen sechs, die nur während des Sommers bewohnt sind, (mit * gekennzeichnet).
Undrumstaldä = Foppiano
Puneigä = Antillone*
Stafuwald = Fondovalle
Matta = Chiesa
Tuffald =S. Michele
Wald = Valdo
Zumstäg = Ponte
Brenn = Brendo
Gurfulu = Grovella
Früduwald = Canza
Unnerfrüt = Sottofrua*
Ufufrüt = Cascata*
Cherbäch unner dorf = Riale inferiore *
Cherbäch ober dorf = Riale superiore*
Maraschg = Morasco*
Diese Ortsteile bilden eine einzige Gemeinde – die Gemeinde von Formazza – mit Sitz der Gemeindeabteilungen im Ponte, das schon von der Geschichte als Zentrum des Tales anerkannt wird.
Original Text von Angela Bacher
Deutsche Übersetzung: Federica Antonietti, Sprach-Büro Walser von Formazza
Alagna besteht aus fast 30 Fraktionen, die durch ihren einzigartigen Hausbestand auffallen. Bevor die Walser kamen, bestanden im hintersten Valsesia die Alpen Otro, Alagna, Bors und Mud. Diese waren im Besitz weltlicher und kirchlicher Herrscher. Zu diesen gehörten die Herren von Biandrate und die Klöster S. Nazaro di Biandrate und S. Pietro di Castello.
Das älteste Dokument, in dem von einem Walliser Einwanderer berichtet wird stammt von 1302. Diese Urkunde spricht von einem Bauern mit Namen „Anrigetus ursus alamannus“ von Pé de Mud, der nach Walliser Recht die Aussteuer seiner Tochter ausrichtete und seinen Schwiegersohn verpflichtete, in die Familiengemeinschaft von Bauern und Hirten einzutreten. Die Siedler stammten aus Macucnaga und Gressoney und gründeten zunächst die Siedlungen Pedemonte und Pedelegno.
Pedelegno wird bald der Mittelpunkt der zahlreichen kleinen Siedlungen an den Hängen der Sesia und Sitz der Pfarrei und Gemeinde Pietre Gemelle (Presmell). Neben der Landwirtschaft verschaffen sich die Walser von der Sesia oder aus Pressmell, wie dieser Talabschnitt auch genannt wird, schon bald als gute Maurer und Steinmetze weit über das Tal hinaus einen Namen.
Heute ist Alagna vor allem durch seine Bahn zur Punta Indren ein im Sommer und Winter viel besuchter Tourismusort. Aber in vielen kleinen Fraktionen von Alagna begegnen wir vor allen Dingen den prächtigen Häusern der Walsersiedler.
Die Siedlungen der Walser in Vorarlberg, sind in ihrer Gesamtheit die am spätesten besiedelten Gebiete Vorarlbergs. Walser besiedelten das Laternsertal, das Argental mit Damüls, das Große Walsertal, das Brandnertal, das Silbertal, das obere Lechtal, auch der „Tannberg“ genannt, sowie das Kleinwalsertal oder der „Mittelberg“, der das obere Breitachtal umfasst.
Dieses Gebiet macht ungefähr ein Viertel der Landesobefläche aus. Ebenfalls vor den Walsern nicht dauernd besiedelt waren Teile des Montafons und einige Höhenlagen im Walgau und Rheintal. Vor allem im Montafon, zum Teil aber auch im Walgau und Rheintal besiedelten jedoch die Walser keine größeren geschlossenen Flächen, sondern bezogen nur die bis dahin wegen ihrer ungünstigeren Natur unbewohnt gebliebenen Flächen in die Dauersiedlung ein.
Jahr und Tag des Einwanderungsbeginnes der Walser in Vorarlberg lassen sich urkundlich nicht belegen. Die ältesten vorhandenen Urkunden sind uns aus dem Jahre 1313 überliefert. Es darf angenommen werden, dass die Walser sich vor der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert in Vorarlberg angesiedelt haben. Es bedurfte besonderer Fähigkeiten, diese Kolonisation in diesen unwirtlichen Hochgebirgsregionen durchzuführen.
Die einzige Walsergemeinde Tirols ist Galtür. Um 1313 ließen sich etwa 50 Walser Familien in dem Talboden nieder. Sie blieben noch lange Zeit die „Fremden“ im innersten Paznaun. Als der Bischof von Chur im Jahre 1383 die erste Kirche in Galtür weihte, unterscheidet er ausdrücklich die „Einheimischen“ von den „Wallisern“. Auch beim Friedensschluss der Appenzeller mit ihren fürstlichen Gegnern werden 1408 die „Walliser auf Galtür“ neben den „Landleuten im Paznaun“ angeführt.
Besiedlungsgeschichte des Wallis von den Kelten zu den Alemannen
Das Oberwallis besteht aus dem heutigen Deutsch sprechenden Teil des Wallis und erstreckt sich von der Furka bis zur Raspille (Sierre).Ursprünglich war es durch die Kelten besiedelt (Uberer, Seduner, Veragerer und Natuaten) wo bei sich im heutigen deutschen Teil die Uberer befanden.
Um 40 v. Chr. wurde das heutige Wallis von den Römer unterworfen und wurde wegen seiner verkehrstechnischen Bedeutung (Summus Poenius, Grosser St. Bernhard) zur römischen Provinz mit römischem Bürgerrecht, das ganze Gebiet wurde romanisiert.
Ab dem Jahre 443 wir das Wallis von den Burgunder besiedelt, sie machten aber nur rund einen Drittel der Bevölkerung aus und übernahmen Sprache und Kultur der Römer (Frankoprovenzalisch). Das Wallis gehörte nun bis 999 zum Königreich Burgund.
Die Besiedlung des Oberwallis ist historisch recht unsicher; Sprachforscher legen die Einwanderung zwischen dem 8. und 9. Jahrhundert fest, auch die Herkunft lässt sich fast nur aus sprachwissenschaftlicher Sicht beantworten.
Woher sind die Alemannen eingewandert?
In dieser Frage sind sich die Gelehrten nicht einig. Die einen behaupten, sie seien über die Grimsel ins Goms eingedrungen und dann allmählich talabwärts vorgestossen. Die andern versuchen zu beweisen, dass sie über die Gemmi oder den Lötschenpass eingewandert und dann talaufwärts gezogen seien.
Dass Alemannen aus dem Haslital ins Goms eingewandert sind, steht fest. Im obersten Rhonetal findet sich eine lange Reihe von Dörfern, deren Namen auf -ingen ausgehen: Ulrichen (Uolrighingen), Reckingen, Gluringen, Selkingen, Blitzingen. Diese Silbe bezeichnet die Zugehörigkeit einer Siedlergruppe zum Dorfgründer oder zum Grundherrn. So bedeutete Reckingen ursprünglich «Sippschaft des Recko». Die Gommer Namen bilden aber die natürliche Fortsetzung der -ingen-Kette des Berner Oberlandes, die mit Meiringen im Haslital endet. Die Einwanderung über die Gemmi oder den Lötschenpass ist schwieriger nachzuweisen. Das Walliserdeutsch ist nicht einheitlich. Es umfasst zwei Mundartgruppen. So nennt man den Frühling im westlichen Oberwallis üstag, im östlichen langsi. Unterhalb Brig sagt man liwwu, oberhalb Brig hirme. Lüwe/liwwe ist aber auch nördlich des Lötschenpasses und ghirme jenseits der Grimsel verbreitet. Das spricht für zwei Einwanderungswege.
Im 13. Jh. ist diese alemannische Bevölkerung so stark angewachsen, das ihnen der Platz im Oberwallis zu eng wurde, eine Ausdehnung weiter nach Westen war wegen der starken Romanen (Herzogtum Savoyen) nicht möglich deshalb zogen sie über die östlichen und südlichen Gebirgspässe in die nachbarlichen Hochtäler (Walserwanderung)