Sagen
Das Nachtvolk verspeiset ein Kuh / Großes Walsertal
Ein Hirte hatte einmal im Herbst bei der Abfahrt von der Alpe „Alpila" eine schwarze Kuh vergessen und ging nun hinauf, sie zu holen. Er fand die Kuh am Stofel (Stofel, von lat. Stabulum, Lager, Lagerplatz, Weide) liegen. Da aber schon die Dämmerung einfiel, stellte er dieselbe in die Alphütte, während er selbst sich in der Hütte auf die Pritsche legte. Es mochte Mitternacht gewesen sein, da ward er durch einen großen Lärm aus seinem Schlummer geweckt und sah unter sich im Dejagemach einen Haufen fremder Leute, die eifrig mit Kochen, Sieden und Braten beschäftigt waren.
Der Zimper / Brand
Die Zimba, der mächtige Felsengipfel, der sich im Sarotlatal bei Brand erhebt, heißt in der Sprache des Volkes auch Zimper. Über den Namen geht diese Sage: Ein Jäger aus Brand kletterte der Jagd halber an den Abhängen des Zimpers herum und verstieg sich soweit, dass er die höchste Spitze erreichte.
Die Sage vom Gottesacker / Kleines Walsertal
Fink und Klenze schrieben 1891 zum Gottesacker: Das wild zerklüftete Plateau zwischen Ifen und Gottesackerwänden, der so genannte Gottesacker, war vor Zeiten eine schöne, grasreiche Alpe, auf welcher das Vieh gedieh und reichen Ertrag gab.
Ds Männdle mit der Gärta / Silbertal
Es war um das Jahr 1790 herum. Ein Kilbisonntag. Die Leute auf dem heutigen Moosbruggeranwesen in Jetzmund waren im Gottesdienst am Berg herinnen. Einige Kinder im Schulalter mussten zuhause „goma" Als die Eltern nachhause kamen, erzählten ihnen die Kinder, sie hätten einen Goldschatz gesehen.
Falúdriga / Großes Walsertal
Einmal ging ein Walser im Spätherbst in die Alpe Faludriga und wollte etwas aus der Hütte holen.
Uf der Zuugeralp/Tannberg
In der Zugeralpe, die ungefähr zwei Stunden von Lech entfernt ist, brachte man alle Jahre den Sennkessel nicht weg, wenn man ihn nicht am selben Tag wie das Vieh, von der Alpe wegnahm.
Gibt es eine gemeinsame Sagenwelt?
Der alpine Raum ist reich an Sagen. Sie sind Begegnungen mit dem Jenseitigen. Das Nachtvolk und das Wilde Heer kommt durch die Lüfte. Das Walsermänndle hält die Leute zum Narren. Eine Alpe wird von einem abgewiesenen Bettler verflucht und verödet. Auf einer verlassenen Hütte brennt ein Licht und jemand trifft dort Geisterhaftes an.
Goldigi Chollä / Safien
In arä Nacht het d Frau uf em Büel im Tall gchöört, dass newer liechli an d Huustürr chlopfet. Wiä sch ds Läufferli amä Stubapfänschter offätòò und ussggluegt hat, ischt äs wilts Mannli dussnä gschtandä. Das het dr Büelfrau ärchläärt, schiins Wip sii in d Chimbett cho, und schii soll doch bitti cho ga mä hälfä. D Büelfrau ischt midem wiltä Mannli dürderuuf, wid uuf in d Falätschä under diä root Flue, woo hüt no ds wiltä Mannlisch Balmä z gsee si söll.
Die tote Alp / Davos
In der Landschaft Davos liegt rechterseits vom Landwasser am serpentinhaltigen Gebirg die „tote Alp“, eine Strecke Land, auf welcher kaum einzelne Gräschen wachsen, während ringsherum üppige Alpen liegen mit saftigen Kräutern und Gräsern. auch jene dürre Steppe war vor Zeiten bewachsen, und es war die schönste Alp weit und breit.
Ds Lägelamannli / Vals
Ier wisst scho, wer das ischt. Ich hän nich scho e gang derva zellt. In Zafreila iichi het s gchuuset, im Underboda, im inndera Huss. De Tagg dür het s schi niena zeicht. Eerscht am Aabet spaad is läbets cho. Wenn ds Stubazit zwölfi gschlaga gchä het, naam letschta Schlagg, het ma s eirmaal uf dr Ruosstilli uuf gchöört poldera und chnätscha und ummaschlaargga, und de is dia stotzend Stäga acha und in d Stuba i gchrummlet. Uf em Rügg het s en gruussi Lägela treit. Dia ischt bis an de Helsa uuf mit Mariging gfüllt gsi. Chönnet nich denka, was das für ne Gwicht gsi ischt, gwüss gar no mee as en Mötsch. Nit vergäba het das Mannli esoo müessa piischta und chiicha under der Lascht. Ier möchtet sche nid emaal erweigga. Probieret s e gang!
"Sasso del Diavolo" der Teufelsstein
Wenn man vom Colle d`Olen herunterwandert, kommt man am "Sasso del Diavolo", dem Teufelsstein, vorbei. Luigi Giordani erzählte seine Geschichte im Alagner "Titsch".
Walser Sagen Weg in Triesenberg
Der Triesenberger "WalserSagenWeg" wurde im Frühjahr 2007 offiziell eröffnet. Dieser ganz spezielle Themenweg soll Einheimischen und Gästen die Geschichte und die Sagen am Triesenberg näher bringen.
Der Riese von Guflina
Hoch über Triesenberg wohnte auf Guflina ein starker Bauer. Es war ein Mann von Riesengestalt. Seine Stärke erprobte er an Tannen, die er leicht entwurzelte und mit der Handfläche spielend entastete.